Vor 25 Jahren - Müller-Hausser gewinnt Shell Pokal

1990-Hockenheim--Ausschnitt
1986-Hockenheim-Ausschnitt


Hockenheimring, 8. November 1986: 

Andreas Müller-Hausser gewinnt auf seinem Steyr-Puch den Shell-Pokal für historische Tourenwagen.

Nach dem Auslauf der Homologation 1973 waren die kleinen Rennsemmeln von der großen Motorsportbühne verschwunden. Lediglich bei Club-Slaloms und NAVC-Veranstaltungen waren sie startberechtigt. Das Interesse am historischen Motorsport wurde immer größer und so wurde mit dem Shell-Pokal 1986 eine Plattform geschaffen, die ins Abseits geratenen Rennautos wieder auf der Rundstrecke einzusetzen. Nun waren sie wieder dort, wo sie hingehören: auf der Rennstrecke. Viele Autos, die ihr Dasein in dunklen Garagen verbrachten, wurden von ihren Besitzern zu neuem Leben erweckt.

Bereits im ersten Jahr des Shell-Pokals fanden 16 Autos in der Klasse bis 700 ccm mit ihren Piloten den Weg in die Startaufstellung. Im April 1986 wurde das erste Rennen auf dem Hockenheimring gestartet. Für den späteren Sieger des Shell-Pokals, Andreas Müller-Hausser, verlief das erste Rennen denkbar ungünstig: Ausfall – null Punkte. Dies sollte sich jedoch bald ändern. Beim zweiten Rennen in Kassel-Calden holte sich der Steyr-Puch Pilot seinen ersten Sieg, gefolgt von Eckard Spelsberg und Albert Girstl, beide auf BMW 700. Auf dem Nürburgring beim „Oldtimer Festival“ setzte der Steyr-Puch Pilot seine Siegesserie fort. Beim „Großen Preis der Tourenwagen“ konnte er an gleicher Stätte vor dem schnellen Honda von Michael Ortmann gewinnen. Auf dem dritten Platz folgte der nächste Steyr-Puch, pilotiert von Ulrich Körner. Der erste Steyr-Puch Doppelsieg konnte beim „Oldtimer Grand Prix“ gefeiert werden. Müller-Hausser siegte vor Ulrich Körner. Den nächsten Doppelsieg landete man beim „Siegerland Flugplatzrennen“. Hier hieß der Zieleinlauf Andreas Müller-Hausser vor Siggi Sengel, der bereits in den siebziger Jahren den Puch erfolgreich auf den Rennstrecken bewegte. Mit dem Sieg beim Saisonfinale auf dem Hockenheimring krönte Müller-Hausser die Saison mit dem Titelgewinn vor Friedhelm Tang auf Alfa Romeo und Fritz Schilling auf DKW.

In der Klasse bis 700 ccm war am Ende der Saison die Reihenfolge der ersten Drei: Andreas Müller-Hausser vor Eckard Spelsberg (BMW 700) und Ulrich Körner (Steyr-Puch). In der kleinsten Klasse wurden 16 Autos in der Meisterschaftstabelle geführt.

Immerhin waren knapp 50 Teilnehmer in die Premieren-Saison gestartet. Dass in der ersten historischen Rennsaison gleich ein Steyr-Puch die Meisterschaft gewann, war umso schöner für die Liebhaber dieser Marke.

Text: C. & H. Peter