Vor 45 Jahren - Zasada gewinnt Rallye EM

1966: Zasada gewinnt auf Steyr-

Puch die Rallye-Europameisterschaft

Die Marke Steyr-Puch war Mitte der 60er Jahre bereits seit einigen Jahren erfolgreich im Rallyesport unterwegs. So holte der Pole Sobieslaw Zasada 1965 auf dem kleinsten Rallye-Auto den prestigeträchtigen Klassensieg bei der Rallye Monte-Carlo.

1966 sollte jedoch das Jahr des Polen Sobieslaw Zasada und Steyr-Puch werden. Zasada fuhr zu diesem Zeitpunkt die dritte Saison als Werksfahrer für die österreichische Marke und hatte den EM-Titel fest im Visier. Allerdings begann die Saison denkbar schlecht für ihn: Der Auftakt in Schweden endete mit einer Nullrunde. In Italien bei der Rallye de Fiori gingen jedoch der Klassensieg und der fünfte Platz im Gesamtklassement an Zasada. Auch bei der Tulpenrallye in Holland wurde Zasada Klassensieger und übernahm die EM-Führung mit 23 Punkten. Bei dieser Rallye navigierte ihn seine Ehefrau. In Griechenland bei der Rallye Akropolis belegte er den fünften Gesamtrang. Die Meisterschaftsführung baute der Pole bei der Deutschland-Rallye mit einem Klassensieg und dem vierten Platz in der Gesamtwertung weiter aus. Nach dem Ausfall von zwei Puch-Werkswagen bei der Rajd Polski, bedingt durch einen Unfall und technischen Defekt, war Zasada der einzige Hoffnungsträger der roten Renner aus Thondorf. Mit seinem leistungsmäßig unterlegenen Auto war er immer wieder in der Spitzengruppe zu finden. Den ersehnten Titel sicherte er sich durch einen Klassensieg und einen dritten Gesamtrang.

Zasada führte das kleinste Auto mit dem kleinsten Budget zum großen Triumph. Betrachtet man den gigantischen Aufwand der Konkurrenz, so ist der Erfolg umso eindrucksvoller.

Sobieslaw Zasada wurde auf dem Steyr-Puch 650 TR Rallye-Europameister der Gruppe II-Tourenwagen vor Timo Mäkinen auf BMC-Cooper und Tom Trana auf Volvo. Somit holte er den größten sportlichen Erfolg für die in Thondorf bei Graz beheimatete Steyr-Daimler-Puch AG.

Text: C. & H. Peter